Die Rede unseres Ehrenvorsitzenden Heinz Knecht, der seit 1958 Mitglied im VSB Berlin ist:
Die Geschichte unseres Hundevereins ist natürlich auch ein Stück Geschichte von Lankwitz. Was nur Wenige wissen, ist das sich unser ursprüngliches Vereinsgelände ca. 100 Meter entfernt befand, dort, wo heute die Eisbahn Lankwitz steht.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Gegründet wurde der VSB Berlin – damals noch nicht als gemeinnütziger Verein – im August 1951. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte ein ehemaliger Hundeführer der Polizei mit seinem Hund und ein paar Freunden auf dem Gelände der jetzigen Eisbahn privat trainiert. Eine Baracke aus den 30er Jahren lieferte sogar Schutz bei Regen, doch leider weckte das mehr oder weniger freie Gelände (man bedenke, es gab damals weder die Eisbahn, noch das Stadtbad Lankwitz, den Hockey-Verein oder den Tennisverein Gold-Blau) Begehrlichkeiten und man entschied sich 1951 lieber einen Verein zu gründen, um sich den Trainingsplatz zu sichern.
1963 wurde der VSB Berlin dann auch als gemeinnütziger Verein beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen. Die Mitgliederzahl der Anfangsjahre war überschaubar – es waren ca. 15 – genau wie die Hunderassen. Mit Dobermännern, Boxern, Schnauzern, Rottweilern und natürlich Schäferhunden wurde Schutzdienst trainiert und auch schon mal ein „Hausüberfall“ geübt. Das heißt, der „ahnungslose“ Hund blieb allein zu Hause und ein vermeintlicher „Räuber“ überfiel das Haus – nicht alle Hunde zeigten daheim im Körbchen übrigens sofort die gewünschte Reaktion, aber dafür trainierte man schließlich im Verein.
Ende der 60er Jahre wurde das Stadtbad Lankwitz gebaut und es gab die ersten Pläne für die Eisbahn Lankwitz. Der VSB musste sein angestammtes Gelände verlassen und zog einige Meter weiter hierher, wo wir gerade stehen. 1971 wurde der Pachtvertrag unterzeichnet, wir feiern heute also nicht nur 75 Jahre VSB, sondern auch 55 Jahre auf unserem Vereinsgelände.
Wer allerdings denkt, dass es hier früher auch schon so aussah, der täuscht sich gewaltig. Das Gelände war wenig attraktiv, gab es doch an einigen Stellen Höhenunterschiede von bis zu 2 Metern. Ein wenig kann man das hinten auf dem Platz noch sehen, wo es hinter dem Zaun ein ganzes Stück nach unten geht. Wasser und Strom gab es selbstverständlich ebenfalls nicht. Aber die Mitglieder gaben nicht auf. Man überzeugte die Bauarbeiter der Eisbahn, den Bauschutt und Erdreich zu Ebnung des Geländes her zu transportieren und alles auch gleich zu planieren – ob man die ausgebildeten Schutzhunde zur Überzeugung dabei einsetzte, ist nicht überliefert. Weil es so gut lief, wurde auch gleich die alte Baracke ab- und wieder aufgebaut, die tatsächlich den Grundstein für unser heutiges Vereinsheim legte. Alles was man hier sieht, haben die Mitglieder des VSB übrigens in Eigenarbeit in den vergangenen über 50 Jahren selbst gebaut und angelegt.
Kommen wir aber zur sportlichen Entwicklung des Vereins. Zunächst lag der Fokus ganz auf der Ausbildung in der Fährte, der Unterordnung und im Schutzdienst, wie man ihn aus der Polizeiarbeit kennt. Die Mitgliederzahl des VSB stieg stetig an, da er einer der wenigen Vereine in Berlin überhaupt war, bei dem man Prüfungen in diesem Bereich ablegen konnte. In den 80er Jahren wurde ein Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Schäferhund-Verein geschlossen, damit man dort an weiteren Prüfungen teilnehmen konnte. Und die VSB Mitglieder waren äußerst erfolgreich, sie gewannen nicht nur zahllose Turniere – wie ihr an den Pokalen und Auszeichnungen im Vereinshaus sehen könnt – sie traten sogar mit einer Gruppen-Vorführung bei der Grünen Woche auf, wo der Schäferhundverein einen Stand hatte.
Doch der gesellschaftliche Wandel in den 80er und 90er Jahren ging auch am VSB beziehungsweise dem bei uns damals praktizierten Hundesport nicht vorbei. Wie die etwas Älteren von uns noch wissen, wurde früher deutlich anders mit Hunden trainiert, als es heute der Fall ist. Die Methoden waren teilweise sehr hart und die Überarbeitung des Tierschutzgesetzes im Jahr 1986 verbot zum Schutz der Hunde vieles, was bis dahin üblich war.
Der bisherige Schwerpunkt auf den Schutzdienst im VSB wurde entsprechend zurückgedrängt und der Verein öffnete sich für weitere Hunderassen und Sportarten, zum Beispiel war er einer der ersten Vereine, die in Berlin die Sportart Agility anboten. Mittlerweile wird Schutzdienst schon seit einigen Jahren im VSB gar nicht mehr angeboten. Dafür erfreuen sich die Sportarten Rally Obedience, Hoopers, Agility, Spürhundsport und Treibball bei uns großer Nachfrage. Seit dem 1. Januar diesen Jahres ist der VSB nun auch nicht mehr mit dem Schäferhundverein verbunden, sondern ist Mitglied im SGSV, was dem heutigen Gesicht des Vereins deutlich besser entspricht.
Ich bedanke mich fürs Zuhören, dieser kleinen Geschichte des VSB und lade euch alle herzlich ein, unsere Spaßparcours auszuprobieren, das tolle Essen unserer wie immer großartigen Küche zu genießen, Tombola-Lose zu kaufen und natürlich den Vorführungen zuzuschauen. Die Erste beginnt in wenigen Minuten, es ist Bärbel mit ihrer Unterordnungsgruppe, die zeigen werden, wie wunderbar ruhig und gelassen unterschiedlichste Hunde zusammen arbeiten können.
Seit 75 Jahren steht der VSB Berlin e.V. für Freude am Hundesport, Gemeinschaft, Training mit Herz und ein aktives Vereinsleben. Dieses besondere Jubiläum möchten wir gemeinsam mit euch feiern — mit spannenden Vorführungen, Mitmachaktionen, guter Stimmung und vielen schönen Begegnungen.
Erlebt Hundesport live und bekommt einen Eindruck davon, was Mensch und Hund gemeinsam leisten können.
Beim Spaßturnier und Mitmach-Parcours können Besucher selbst aktiv werden — ganz ohne Leistungsdruck.
Freut euch auf eine große Tombola mit tollen Gewinnen für Zwei- und Vierbeiner.
Natürlich ist auch für Essen, Getränke und gemütliches Beisammensein gesorgt.
Kommt vorbei — ob mit Hund, ohne Hund, als Vereinsmitglied, Nachbar, Freund oder einfach neugieriger Besucher.
Ob ihr unseren Verein kennenlernen möchtet, euch für Hundesport interessiert oder einfach einen schönen Tag mit anderen Hundefreunden verbringen wollt: Schaut zu, macht mit und feiert gemeinsam mit uns
